Mähwiesen für die Artenvielfal

Am 24. April findet zum sechsten Mal der europaweite „Tag der Streuobstwiese“ statt. Deshalb bietet der Förderverein Ortenauer Streuobst Anbau (FOSA) an diesem Tag um 19,30 Uhr einen interessanten Vortrag in der Linde in Fessenbachen, Winzerstraße 44, an. Johannes Weitzel (Müllheim-Hügelheim) referiert mit einer PowerPoint-Präsentation zum Thema „Mähwiesen für die Artenvielfalt - Wo kamen sie her? So bekommen wir sie wieder!“.

Mähwiesen, Blühstreifen und „Insektenhotels“ sind heutzutage gern praktizierte und publikumswirksame Signale dafür, dass der dramatische und folgenreiche Rückgang der Artenvielfalt in unserer Welt auch im Bewusstsein von Bürgern:innen, Kommunen, Landwirten und Geschäftsleute angekommen ist. Man möchte was ändern. Auch so manche private Person, die einen Garten oder Grünanlage besitzt, will hier aktiv werden und bedenkt die Anlage einer „Mähwiese“. Doch so anspruchsvoll wie das „System Natur“ ist, welches wir massiv gestört haben, so vielfältig sind auch die Aspekte, um eine nachhaltige und in Flora und Fauna wieder artenreiche Umwelt zu inszenieren. Ja, manches kann sogar noch mehr aus den Fugen geraten, wie das giftige Jakobs-Greiskraut oder das invasive Berufkraut zeigen, die sich von Altgrasbeständen aus und an den ungemähten Straßenrändern entlang in landwirtschaftliche Flächen hinein ausbreiten.

Johannes Weitzel aus Hügelheim hat über 25 Jahre extensive Wiesen- und Heuwirtschaft betrieben. Ebenso war er Mitbegründer und Aktivist in einer Streuobstinitiative. Seit etwa zwölf Jahren pflegt er ein unter Schutz stehendes Wiesenareal des Trinkwasserverbandes Weilertal. Vor etwa sechs Jahren hat er – auf Initiative des Müllheimer Baumpflegers Ulrich Pfefferer – eine größere (Naturschutz-)Ausgleichsfläche am Siedlungsrand von Müllheim in sein Pflegekonzept mit aufgenommen. Neben einem gewissen Maschinenbestand für Kleinflächen und den langjährigen Praxiserfahrungen hat sich Weitzel, im Kontakt zu Fachkreisen und Wissenschaft, ein Expertenwissen aber auch pragmatische Einschätzungen angeeignet, die er gerne weitergibt.

Ob zur Blütezeit im Frühjahr oder zur Erntezeit im Herbst – eine Streuobstwiese ist an jedem Tag im Jahr ein ganz besonderer Ort. Und trotzdem sind die ökologisch und kulturell wertvollen Streuobstbestände in ihrer Existenz seit Jahrzehnten bedroht. Mit dem „Tag der Streuobstwiese“ am 24. April feiert Europa deshalb dieses vielfältige Kleinod der Natur. Die Streuobstbestände sind prägende Bestandteile unserer mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Für unsere Biodiversität spielen Streuobstbestände mit über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie über 6.000 Obstsorten eine herausragende Rolle. Der Vortrag versucht, die Geschichte und das Schicksal unserer Blühwiesen aufzuzeigen und was wir heute tun können, um sie wieder zu fördern.

Für Fragen steht der FOSA-Vorsitzende Gerhard Schröder unter Telefon 0171-1562414 oder per Mail goldparmaene@t-online.de zur Verfügung.